Das große soziale Gefüge

Kunst im Kurpark

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Die Skulptur „Das große soziale Gefüge“ ist in seinen Maßen dem menschlichen Körper im Verhältnis gleichgestellt und mit seinen verschieden großen Formen entsteht ein Gefüge, wie es auch in der Gesellschaft zu finden ist. Das Fehlen jeder einzelnen Form würde wie auch das Fehlen eines Menschen in der Gesellschaft einen Verlust bedeuten.

Titel des Werkes: „Das große soziale Gefüge“
Material: Krastaler Marmor
Maße: Grundfläche 80 x 50 cm, Höhe 250 cm
Gewicht: 2 t
Entstehungsjahr: 2012

Biografie Heinrich Untergantschnig
1959 in Grafenberg / Mölltal geboren
1973–1974 Landwirtschaftliche Fachschule Stiegerhof
1974–1978 Fachschule für Holz und Steinbildhauer in Hallein / Salzburg bei Prof. Bernhard Prähauser
seit 1978 Mitglied der Berufsvereinigung Bildender Künstler Österreichs und freischaffend arbeitend
1991–1993 Meisterschule für Bildhauer in München bei Krottenthaler und Strauchmann, Meisterprüfung, Studienreisen nach Budapest und Ägypten
1988–2002 Teilnahme am Kunstforum Millstatt
1997 Ankauf des Bauernhofes „vlg. Unterlienzner“ am Grafenberg
2002 Monographie „Ein Mölltaler Bildhauer“
2002 Teilnahme an der 1. internationalen Biennale of Contemporary Art-Austria
2002 Gründung der Galerie im Flattacherhof
2005 Sommerakademie Tammerburg/Lienz

Heinrich Untergantschnig lebt und arbeitet als Bergbauer und Bildhauer am Grafenberg/Mölltal

Ausstellungen und Beteiligungen
1975 Ausstellung der Bildhauerklassen im Kunstpavillon Salzburg
1979–2009 Ausstellungen der BV im Stadthaus Klagenfurt
1988–2007 Krippen und Passionsausstellungen im Heimatwerk Salzburg
1998 Österreichische Postsparkasse Villach
1999 Einzelausstellung BV- Galerie Klagenfurt
2000–2002 Galerie Rondula Iselsberg/Lienz
2001 Aut. Art Forum in Weimar/BRD
2001 Festival der christlichen Kunst in Wasserburg/Inn BRD
2001 Einzelausstellung im Kreuzgang des Stiftes Millstatt, Körper + Seelen
2002 Galerie Fersterer, Saalbach
2002 Romanischer Karner, St.Veit/Glan
2002 Teilnahme an der 1. internationalen Biennale of Contemporary Art-Austria
2003 Einzelausstellung Galerie Lungau, Mauterndorf
2003 Galerie de Bretter/Tresdorf
2004 Einzelausstellung Schloss Krastowitz-Klagenfurt
2004 Galerie de´Bretter, Tresdorf
2004 Schloss Rothenthurn bei Spittal/Drau
2005 Holzskulpturen im Q3 in Villach
2005 Galerie de´Bretter, Tresdorf
2005 Bildungshaus St. Georgen/Längsee
2005 gegenwart 2005 Bad Hofgastein
2006 Passionsausstellung Rathaus St. Veit/Glan
2006 Mille Statue Millstatt
2006 Galerie de´Bretter´, Tresdorf
2006 Krippenbiennale GALERIE MUH, 1. Preis
2007 Galerie Lungau, Kunst Im IRLAND bei Obervellach
2008 internationales Bildhauersymposium in Mallnitz
2009 Eigenbrot – Grafenberg
2009 Teilnahme Agrar-Projekt-Preis-Österreich
2010 Orthopädie Dr. Grübl – Wien
2011 Bildhauersymposion NIMIS – Italien
2011 Impulscenter Seeboden
2012 Krippenbiennale GALERIE MUH, 1. Preis

Heinrich Untergantschnig über „Sinn der Bildhauerei – Der Bildenden Kunst“

Mystik, Gedanken, Themen, Ideen, Zustände der Seele, Traumerlebnisse und Erlebtes sind Ausgangspunkte, um die bildende Kunst sichtbar werden zu lassen; in Form und Farbe, einfach, pur, primitiv, naiv, real, konkret, abstrakt, intellektuell, als Beruf, Bedürfnis oder Therapie.

Liegt ein Thema oder eine Idee vor, welche(s) bildhauerisch umgesetzt werden soll, so entwickelt sich bei mir ein Bild im Kopf, unterstützt durch das Arbeiten beim Entwerfen auf Papier, Ton oder direkt an dem Material, aus dem es entstehen soll.

Intensives „Entwickeln“ des Motives, bis Klarheit im Kopf über Form und Inhalt im Dreidimensionalen vorhanden ist, setzt voraus, dass dann die Arbeit dementsprechend ausgeführt werden kann, was vorher im Gedanken, im Bild, im Kopf sichtbar war. Nur darauf losarbeiten, mit einer Idee aber ohne Konzept, setzt eine andere Sicherheit voraus, sei es Vertrauen, Wagnisfreude und sensibles Spüren von Möglichkeiten, die im Medium sind. Aus dem Inneren schöpfen, sichtbar machen des Seelenzustandes, schon erkennbar an der Oberfläche, der Form, des Themas; tiefer verschlüsselt ein Geheimnis. Entbehrungen, Hunger nach dem irdischen oder mystischen Leben sind die Quellen für das schöpferische Arbeiten.

Schöne Künste werden durch schöngeistige Menschen sichtbar, aber nicht unbedingt. Arnulf Rainer sagt über die Gestalt Christi: Das Kreuz muss als Prinzip wie der Gottessohn alle Dimensionen zusammenbringen. Und dieses Zusammenbringen gehört auch zum Beruf des Künstlers. Der Künstler stellt die höchsten ideellen Ansprüche an sich selbst und an spirituelle Systeme und muss doch zugleich im Alltäglichen, im Vorläufigen, in erbärmlichsten Mülldeponien sich bewegen bzw. diese bewegen. Er muss sich dem Materiellen stellen und es transponieren. Die Mystik allein ist für den Künstler uninteressant: Das Mystische und den Schmutz, den täglichen Jammer muss man zusammenbringen. Das ist eine bekannte Theologenwahrheit, aber auch das Prinzip der Kunst.

Der Künstler durchlebt Phasen in seinem Dasein, wo Positive und Negative sich abwechseln – und das drückt sich dann in den Arbeiten aus. Euphorie, Melancholie, Besessenheit und Lust sind die  Triebfedern. Herz, Kopf und Bauch stehen für das Resultat. Die sonst tiefe, verborgene Seele wird heraufgeholt an die Oberfläche, wird sichtbar in Form und Farbe.

Ein wesentliches Bedürfnis ist es mir, der Arbeit Seele zu geben, dass sie Botschaft, Frage, Anker und Inspiration sein kann.

Fotocredits: @Rosita Zojer