Hans, der genussbewusste Ästhet

Hans Schullin

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Hans Schullin ist Designer und Juwelier und liebt den Wörthersee. Zum Glück hat er an beiden Enden des Sees, in Klagenfurt und in Velden, je eine Niederlassung, in er den von ihm und seinen Mitarbeitern kreierten Schmuck und Uhren, verkauft.

Hallo Hans! Was macht ein Designer am Wörthersee?

Hans Schullin: Als Designer bin ich Ästhet, fühle mich in schön gestalteter oder naturbelassener Umgebung wohl und ich versuche auch, Produkte zu gestalten, die dem entsprechen. Mein Beruf ist für mich Passion; ihn auch am Wörthersee ausüben zu können, ist ein echtes Geschenk.

Und was machst du in deiner Freizeit?

Hans Schullin: Ich treibe gerne Sport – und eine meiner Lieblings-Sportarten ist Wasserschi. Wenn ich auch kein geborener Frühaufsteher bin, kraxle ich doch jeden Morgen früh aus dem Bett, um, nach dem Aufwärmtraining mit meiner Frau und den Kindern von 8 bis 9 Uhr Slalomspuren in den See zu zeichnen. Wir alle sind Wasserschi-Wettbewerbe gefahren, meine älteren Kinder sogar bei Europameisterschaften, und wir genießen den morgendlichen seidenweichen Wasserspiegel des türkisfarbenen Wörthersees. Sonst gibt’s kein Frühstück um 9.

Und wo Frühstückt man nach dem Morgensport?

Hans Schullin: Das beste Frühstück am See gibt es bekanntermaßen im sehr sympathisch geführten Hotel Seeschlössl. Auch der Wienerroither ist bekannt dafür. Die Liste ließe sich fortsetzen…

Was ist das Besondere am Wasserschifahren, was fesselt dich da so?

Hans Schullin: Wasserschi oder Winterschi: Was ist schöner? Ein morgendlicher Wasserschi-Slalom-„Tanz“ ist gut vergleichbar mit einer pulverstaubenden Tiefschneeabfahrt.

Die machst du aber nicht am Wörthersee, oder?

Hans Schullin: Nein, aber nicht weit entfernt, denn vom Wörthersee aus gibt es eine Vielzahl von ganz individuellen Schiorten, die in einer Distanz von 15 bis zu 90 Minuten zu erreichen sind: Gerlitzen, Kleinkirchheim, Monte Lussari, Sella Nevea, Nassfeld, Heiligenblut.

Also ist der Wörthersee auch eine gute Basis für Winterausflüge?

Hans Schullin: Nicht nur das, man kann auch hier bleiben! Der Winter am See ist hinreißend, besonders wenn der See zugefroren ist. Eislaufen bis zum Abwinken, Standln auf dem Eis, die Glühwein, Punsch, Würstl etc. bereithalten: eigentlich wie auf einem Bruegel-Gemälde.

Aber man freut sich dann schon wieder auf den Frühling …

Hans Schullin: Sicher! Ob nicht der Frühling die schönste Zeit am See ist? Wenn im April die grünen Knospen die Aufbruchstimmung signalisieren, wenn der See ganz ruhig da liegt, wie im Winter, aber doch schon beschwimmbar… Und dann einen Bummel nach Klagenfurt machen, am Samstag, zum hinreißenden Benediktiner-Markt (LINK), an dem Kärntner, Steirer, Italiener, Slowenen und Kroaten ihre Köstlichkeiten anbieten, von Fischen angefangen bis zum Holzapfelessig, dem Kärntner Reindling, dem Speck, den Tortellinis, Kasnudeln und Schwammerln. Genuss pur!

Hans‘ Wörtherseemoment: „ Der Winter am See ist hinreißend, besonders wenn der See zugefroren ist. Eislaufen bis zum Abwinken, Standln auf dem Eis, die Glühwein, Punsch, Würstl etc. bereithalten: eigentlich wie auf einem Bruegel-Gemälde„

Wie erlebst du „deinen See“? Was für ein Gefühl ist es von Graz hierher zu fahren und dann den endlich den See zu sehen?

Hans Schullin: Wenn man vom Norden zum Wörthersee anreist, öffnet sich nach den letzten Tunnels die ganze Schönheit der Landschaft. Die zum See niederknienden Hügel mit den dahinter majestätisch wirkenden Südalpen, der türkis glitzernde See mit weiß getakelten Segelbooten, das lang gewundene Wasserband zwischen dem Grün der Landschaft. Sehr einladend…

Gutes Stichwort! Einladend ist auch die Vielzahl der guten Restaurants, die zur Wahl stehen, oder?

Hans Schullin: Absolut! Die Gourmettempel in den Hotels wie im Falkensteiner Schlosshotel Velden oder im Schloss Seefels sind ja bekannt. Es gibt aber – gerade für die Bootsfahrer – eine wahre Fülle sehr individueller Tipps wie das 151, das Rosé, das Saag Ja!, Jilly Beach, Linde, Lakeside, Loretto und viele mehr. Für die Freunde uriger Gasthäuser gibt’s einen Pumpe, einen Stopperwirt und Zocklwirt und für Heurigengeher z.B. die Kutsche.

Praktisch am Wörthersee ist auch, dass er so nahe der Grenzen ist, nicht?

Hans Schullin: Klar, so sind Ausflüge ins benachbarte Italien oder Slowenien nicht zeitraubend und sorgen sofort für einen „cultural clash“, allein durch die andere Sprache und anderes Essen. Nach Tarvis reicht eine halbe Stunde, zum Essen nach Colloredo (Taverna) eine Stunde. Auch Al Grop in Tavagnacco ist nicht viel weiter weg. Und wenn man durch das wunderschöne Isonzo-Tal nach Kobarid fährt, freut man sich schon auf das Essen bei Franco oder beim Kotler.

Das geht sogar mit dem Rad…

Hans Schullin: Wer ist schon mit dem Fahrrad von Tarvis nach Venzone gefahren, durch die alten Eisenbahntunnels? Eine hinreißende 50-km-Fahrt, die z.B. mit einem Mittagessen beim Municipio abgeschlossen wird. Aber schöne Radtouren kann man auch direkt hier am Wörthersee machen. Im Frühjahr ist eine Seerunde einfach Pflicht!

Ja, zurück zum See selbst!

Hans Schullin: So viele Tagesabläufe sind unvergesslich. Morgendliches Schwimmen oder Wasserschifahren, vielleicht in der „Karibik“ bei der Kapuzinerinsel die im Osten aufgehende Sonne genießen, mittags im Schatten eine Reinanke filettieren, beim Politzky einen Marillenfleck holen und nachmittags ein spannendes Tennisspiel gewinnen, um dann in der Walterskirchner Bucht der untergehenden Sonne zuzusehen. Ob dann der Abend im Restaurant, im 151, im GIG oder woanders endet, ist dann schon Glaubenssache.

Hans Schullin ist Designer und Juwelier und liebt den Wörthersee. Zum Glück hat er an beiden Enden des Sees, in Klagenfurt und in Velden (LINK), je eine Niederlassung, in er den von ihm und seinen Mitarbeitern kreierten Schmuck und Uhren, verkauft.