Martin, der Multisportler mit Blick für’s Schöne

Martin Assam

Artikel weiterleiten

Egal ob Frühling, Sommer, Herbst oder sogar Winter, Martin Assam ist draußen zu finden. Rund um seinen See, mit den Lauf- oder Wanderschuhen auf den Hügeln oder mit Kajak und Stand-UP-Paddle auf dem Wasser. Der Mann weiß ganz genau wo man es aktiv schön haben kann am Wörthersee.

Hallo Martin, du bist ja praktisch immer in Bewegung rund um den See. Welche ist eigentlich deine liebste Wörthersee-Mountainbike-Tour?

Martin Assam: Gar nicht so leicht zu sagen. Es gibt ja so viele schöne Runden um den See, nicht nur mit dem Mountainbike. Aber damit ist es sicher der Bannwald gleich hinter Pörtschach. Dort gibt es unsagbar schöne Trails, die obendrein wenig befahren sind. Dementsprechend angenehm und unaufgeregt ist das Nebeneinander zwischen Radfahrern und Wanderern. Viele der Trails bieten unvergleichliche Ausblicke auf den See.

Und wenn du das Rad mal in der Garage lässt?

Martin Assam: Die schönsten Aussichten bietet sicherlich der Wörthersee Trail. Da kann man rund um den See wandern und man verpasst keinen der grandiosen Ausblicke.

Ist der Wörthersee-Trail auch familientauglich?

Martin Assam: Na klar! Aber mit den Kindern ist auch der Brahmsweg auf die Hohe und Niedere Gloriette in Pörtschach zu empfehlen. Da gibts es für die Kids einiges zu entdecken, man ist mitten in der Natur und trotzdem nur ein paar Schritte vom Pörtschacher Ortszentrum entfernt.

Martins Seefeeling: „Wenn ich im Hochsommer, nach einer abendlichen Mountainbike-Tour – vielleicht sogar nach Sonnenuntergang – in den warmen See springe. Unbeschreiblich!“

Du lebst ja jetzt schon lange hier. Bringt dich „dein“ See trotzdem noch manchmal zum Staunen?

Martin Assam: Manchmal? Ständig! Immer in diesen magischen Momenten, in denen ich zum Beispiel in den frühen Morgenstunden mit meinem Hund durch den Wald laufe und plötzlich eine Sonnenstrahl zwischen den Bäumen durch den Morgennebel blitzt.

Wenn ich an einem sogenannten “Schlechtwettertag” mit dem Mountainbike über meine Trails fahre, an einem der grandiosen Aussichtspunkte einen einzigen Sonnenstrahl sehe, der sich durch die Wolkendecke gebohrt hat und den See an einem Punkt wie ein Bühnenspot beleuchtet.

Wenn ich bei bedecktem Himmel mit meinem Kajak über den See gleite und knapp vor Sonnenuntergang noch einmal die Sonne direkt über dem Horizont hervorbricht, zuerst nur mit einer orangen Linie und danach die gesamte Wolkendecke am Westhimmel von unten her orange färbt. Blöd nur, dass das auch meistens die Momente sind in denen ich sicher KEINE Kamera mit hab.

Hast du einen persönlichen Kraftort hier, wo du so richtig auftanken kannst?

Martin Assam: Ich verlasse mein Haus im Zentrum von Pörtschach und bin umgeben von Kraftorten. Egal ob ich mich Richtung See bewege und um den wirklich einzigartigen Landspitz spaziere oder laufe; egal bei welcher Jahreszeit, oder bei welchem Wetter. Oder ob ich mich Richtung Wald bewege mit seinen unsagbar schönen Ausblicken auf den See. Alles nur wenige Minuten voneinander entfernt. Aber auch auf meinem Stand-Up-Paddle-Board mitten am See kann ich gut entspannen und wieder Kraft tanken.

Martin liebt am Wörthersee: „Seinen Geruch, seine Farbe, seine Größe, seine meditative Wirkung auf mich und, dass er mein Zuhause ist.“

Du lebst ja das ganze Jahr am See. Wie verändert sich die Natur und damit deine Outdoor-Aktivitäten im Laufe der Jahreszeiten?

Martin Assam: Der Sommer ist natürlich ein Traum! Yoga in der Morgendämmerung, schwimmen in den Sonnenaufgang, Frühstück am Strand, mit dem Mountainbike über die Hügel und durch die Wälder um den See, mit herrlichen Ausblicken, sehr guten Jausenplätzen und Einkehrmöglichkeiten und so manch überraschendem Badeplatz. Dann herrlich essen gehen und den Tag bis zum Sonnenuntergang im Strandbad ausklingen lassen.

Was kann der Herbst am Wörthersee?

Martin Assam: Der kann viel! Mit dem Stand-Up-Paddle oder dem Kajak mutterseelen alleine mitten über den spiegelglatten See paddeln; manchmal ist es auch im November noch so warm, dass man im T-Shirt oder sogar oben ohne paddeln kann! Genial!

An trockenen, warmen Tagen mit dem Mountainbike durch die Wälder und über die Hügel um den See radeln; gelbes Laub auf den Wegen, grandiose Ausblicke auf den herbstlichen See!

Im Strandbad auf den noch warmen Holzstegen liegen und die Sonne auf Vorrat für den Winter tanken.

Und im Winter dann vor dem Kamin zusammenkuscheln und mit Seeblick auf den Frühling warten?

Martin Assam: Oder am Spiegeleis eislaufen, wenn der Winter richtig zuschlägt. Sonst aber auch mal in den verschneiten Wäldern laufen oder einen Abstecher zu einem der romantischen Adventmärkte riskieren.

Klingt gemütlich. Was geht dann im Frühling, wenn die Seesonne wieder stärker wird?

Martin Assam: Bei den ersten wärmenden Sonnenstrahlen werden Board und Kajak ausgewintert und in See gestochen. Statt dem Mountainbike schnappe ich dann mein Rennrad und fahre auf den kleinen Nebenstraßen auf den sonnseitigen Hängen nördlich des Sees.

Als alteingesessener Seefotograf wirst du das wissen, wo gibt’s den schönsten Sonnenaufgang am See?

Geniale Plätze für einen Sonnenaufgang am See sind der Pörtschacher Landspitz oder die Gloriette in Pörtschach, auch im Winter. Unvergeßlich ist der Sonnenaufgang direkt auf dem See; am besten mit Stand Up Paddle oder Kajak; also ohne Lärm und Gestank.

Hast du einen Tipp für aktive Frühaufsteher?

Yoga mit Florian Neuscheller am Leonstain-Steg, da fühlt man sich in eine andere Welt versetzt. Wenn man am Steg steht, die milde Morgenbrise einem ins Gesicht haucht und das Wasser rhythmisch an die Stegpfosten plätschert – in diesem Moment könnte kein Yoga-Retreat in Thailand oder auf Bali besser sein!

Selbe Frage zum anderen Ende eines Seetags: Der beste Seesonnenunterngang:

Martin Assam: Am liebsten – und auch am besten – im Strandbad Pörtschach. Die Klagenfurter werden natürlich sagen im Strandbad Klagenfurt oder im Loretto Bad, wobei sie natürlich auch recht haben. Die Maria Wörther werden selbstverständlich auf ihren Sonnenuntergang pochen; und die haben natürlich auch recht…

Martin Assam, *1965, Berufsfotograf, Pörtschach.

Der Berufsfotograf Martin Assam lebt und arbeitet seit den Neunzigern (wieder) am Wörthersee. Nach einer weltweit ausgedehnten Wanderschaft als Reisefotograf hat er sich mit seiner Frau Marion und ihrer gemeinsamen Tochter in Pörtschach niedergelassen und betreibt hier ein Fotostudio das er selten von innen sieht, denn als freiheitsliebender Multisportler ist er meistens auf der Jagd nach den schönsten Aussichten am und rund um seinen See. Egal ob wandernd, mit dem Mountainbike oder mit Kajak und Stand Up Paddel auf der spiegelglatten Wasseroberfläche.