• Begleite Hasenjungen Hubsi durch die Osterzeit Ostern in Velden

Hier findest du die Geschichte und deine Osteraktivität als Download Karsamstag, 3.4.2021

Mama Osterhase außer Gefecht

„Ei was wird das für ein Spaß, morgen kommt der Osterhas‘!“, trällert Hubsi fröhlich vor sich hin. „Hey, pass auf wo du hinläufst!“, ruft Karo und schafft es gerade noch, ihrem Bruder auszuweichen. Der Stapel mit Schokoeiern, den sie gerade aus dem Keller geholt hat, wackelt gefährlich hin und her. Marie, ihre Zwillingsschwester, die auf dem Weg in den Keller ist, hilft ihr rasch, den Stapel sicher im Gras abzustellen. „Uih, gerade noch gutgegangen!“, sagt Marie.   „Tschuldigung, ich hab´ dich nicht gesehen!“, ruft Hubis. Der kleine Hasenjunge ist wieder einmal übereifrig und hat sich gleich mit drei Schachteln seiner selbstgebackenen Hasenpfötchen beladen. Alles, was von Hubsi zu sehen ist, sind seine langen Ohren. „Mein lieber Junge!“, tadelt ihn nun auch die Mama und schüt-telt verärgert den Kopf. „Was soll der Blödsinn! Nimm so viele Schachteln, dass du noch etwas sehen kannst. Am Ende stolperst du und alle Kekse sind kaputt. Dann war die ganze Arbeit umsonst.“ „Ja“, murmelt Hubsi kleinlaut, „ich hab´ gedacht, so geht es schneller!“

Nachdem die drei Hasenkinder gefühlt hundert Mal die Kellertreppe auf und ab gelaufen sind, stehen endlich alle Kartons mit den eingewickelten Schokoeiern, den gebackenen Hasengesichtern und Hasenpfötchen und den gefärbten Ostereiern im Garten. Papa Osterhase hat inzwischen unzählige Osterkörbchen hingestellt, die er alle mit Stroh gefüllt hat. Darin werden nun die Köstlich-keiten verteilt. In jedes Osternest kommen zwei bunt-ge-färbte Eier, drei Schokoeier sowie ein Hasengesicht und ein Hasenpfötchen. Doch erst einmal haben sich die drei Hasenkinder eine Pause verdient. Während Karo und Marie ihre Springschnur hervorholen, macht Hubsi es sich in der Hängematte gemütlich: „Ich habe mein Fitness-Programm für heute schon erledigt!“

„Karo, Marie! Ihr beide könnt inzwischen den Tisch im Garten decken! Bei dem schönen Wetter können wir heute draußen Mittagessen!“, ruft Mama Osterhase aus der Küche. „Und du Hubsi, kannst du bitte Papa Bescheid geben?“ „Wir kommen!“, rufen die beiden Mädels. „Mach ich!“, sagt Hubsi. Während die Mädels die Teller und das Besteck am Tisch verteilen, kommt Mama Osterhase mit einem vollbeladenen Tablett aus der Küche. „Hmmm! Heute hast du dich wieder einmal selber übertroffen!“, hört Mama Osterhase die Stimme ihres Mannes aus dem Hintergrund. Sie dreht sich um und in dem Moment passiert es. Sie stolpert über die Schnur, die ihre Mäd-chen zwischen den Bäumen, gespannt haben. Während Papa Osterhase noch „ACHTUNG!“ ruft, regnet es bereits Brokkoli-Karottensuppe und es fliegen kleine Semmeln und Salzstangerl durch die Luft. Dann ein lauter Aufschrei! Und da liegt Mama Osterhase, mitten am Weg, mit schmerzverzerrtem Gesicht! Karo und Marie knien neben ihrer Mama und entschuldigen sich tausendmal. Hubsi hält ihre Pfote: „Mama, Mama! Was ist mit dir!“, Mama Osterhase außer Gefechtruft er. Dabei kullern Tränen über seine Wangen. „Ich glaube, ich habe mir den Fuß gebrochen“, jammert Mama Osterhase. Papa will ihr beim Aufstehen helfen, doch es geht nicht. Sie kann nicht auftreten.

„Tja, meine Gute! Jetzt ist für mindestens eine Woche Bettruhe angesagt! Der Fuß darf unter keinen Umstän-den belastet werden“, sagt der Hasendoktor. Er hat Mama Osterhase einen Gips verpasst. „Aber Herr Doktor, wie soll das gehen? Morgen ist Ostersonntag! Da helfe ich meinem Mann beim Ausliefern der Osternester!“, ruft sie entsetzt. „Alleine schafft er das unmöglich! Wir machen das immer gemeinsam!“ „Aber mit einem gebrochenen Fuß geht das nicht! Da muss jemand anders einspringen!“, sagt der Hasendoktor energisch. Auch Papa Osterhase gibt ihm recht: „Ich denke, es wird Zeit, dass wir die nächste Generation einspannen.“ „Aber unsere Kinder sind doch noch viel zu unerfahren für diese Aufgabe. Die Mädchen vielleicht, aber Hubsi, nein, der ist wirklich noch zu klein. Da bin ich dagegen“, sagt Mama Osterhase. „Man wächst mit seinen Aufgaben, das weißt du doch, oder?“, beruhigt Papa Osterhase. „Ich bin mir sicher, Hubsi wäre sehr traurig, wenn seine Schwestern mir helfen dürften und er nicht. Und du kannst ihn ja heute noch or-dentlich auf seine Aufgabe vorbereiten“, schlägt Papa Osterhase vor. „Während Sie auf dem Sofa liegen!“, fügt der Hasendoktor schmunzelnd hinzu. „Na gut, wenn du meinst, mein lieber Mann. Einverstanden!“, meint nun Mama Osterhase.

Daheim haben die drei Hasenkinder mittlerweile die Spuren von Mamas Unfall beseitig. Jetzt wird Familien-rat gehalten. „Also meine Lieben“, beginnt Papa Oster-hase, „nachdem Mama das Bett hüten muss, brauche ich morgen beim Ausliefern der Osternester eure Hilfe!“ Karo, Marie und Hubsi schauen Papa Osterhase mit ihren gro-ßen braunen Augen an. „W I R dürfen dir morgen helfen?”, fragt Karo. “Ihr dürft nicht nur, ihr müsst!“, sagt Mama. „Und I C H werde euch nun erklären, was zu tun ist. Zu allererst müssen wir die Osternester füllen. Hubsi, du legst die buntgefärbten Eier ins Nest, immer zwei verschiedene Farben, Karo, du gibt’s drei Schokoeier und einen Gold-hasen dazu und du Marie setzt die Kekse vorsichtig in die Mitte. Gib acht, damit sie nicht brechen.“ Konzentriert und eifrig machen sich die drei ans Werk. Endlich, nach einer Stunde, ist auch das letzte Osternest fertig. Ganz untätig war aber auch Mama Osterhase in ihrer Hängematte nicht. Auch wenn ihr Fuß gebrochen ist, so hat sie immer noch zwei gesunde Hände. Sie hat in der Zwischenzeit die Schleifen gebunden. Für die Jungs gibt es grüne Schleifen, für die Mädchen gelbe. „Oh, die Schleifen sind aber schön!“, ruft Marie. „Ja“, sagt Hubsi, „unsere Mama ist auch eine Künstlerin. „Ja, ja, schon gut!“, lacht Mama. „Jetzt setzt euch an den Tisch und befestigt noch mit einer kleinen Wäscheklammer die Namenskärtchen der Kinder an den Schleifen. Dann bekommen alle Osternes-ter auf der linken Seite des Gartenwegs grüne Schleifen und alle Osternester auf der rechten Seite des Gartens gelbe Schleifen. 

Als Familie Osterhase endlich alle Vorbe-reitungen erledigt hat, hat sich die Sonne schon längst schlafen gelegt. „So, und jetzt ab mit euch ins Bett! Morgen heißt es früh raus aus den Federn!“, sagt Mama Osterhase. Sie hat es sich im großen Lehnstuhl gemütlich gemacht und ihren Gipsfuß hoch-gelegt. „Bist du uns noch böse?“, fragen Karo und Marie. „Nein, ich bin euch nicht böse. Ich hätte einfach besser darauf achten müssen, wo ich hintrete. Seht ihr, ein kleiner Moment der Unachtsamkeit und dann passiert so etwas. Man kann tatsächlich nie vor-sichtig genug sein!“, sagt Mama Osterhase. „Ich hab´ dich lieb, Mama!“, sagt Hubsi, der auf ihren Schoß gekrabbelt ist. „Ich dich auch, mein Junge!“, sagt Mama Osterhase und dann gibt sie ihren drei Kindern einen Schmatz auf ihre Stupsnase. „Gute Nacht und schlaft gut!“, ruft sie. Sie schaut ihren Mann seufzend an und sagt: „Was für eine Aufregung! Hoffentlich geht das morgen alles gut!“ „Mach dir keine Sorgen, gemeinsam schaffen wir doch immer alles, oder?“, sagt er augenzwinkernd und legt ihr beruhigend den Arm um die Schultern. „Und jetzt trage ich dich auf meinen Pfoten ins Bett!“

 

Geschichte: Sabine Aigner, Illustration: Oskar Pointecker

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