Das Steinhaus in Steindorf

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Gleich ums Eck vom Wörthersee, in Steindorf am Ossiacher See, befindet sich eines der architektonisch bedeutendsten Gebäude Kärntens: das Steinhaus von Günther Domenig.

Mit der Realisierung eines Stegs an einem schmalen Ufergrundstück in Steindorf am Ossiacher See begann 1982 die Errichtung eines Manifests. Mit der präzisen Sprache der Architektur artikulierte Günther Domenig dort Botschaften, die in den Metropolen der Welt verbreitet und fortwährend zitiert werden. Die Landschaftsformen und ihre Charakteristika haben den Architekten geprägt und wurden damit zur Entwurfsgrundlage des Projekts „Steinhaus“.

Davon zeugen die zerklüfteten Polyeder aus Stahl, Glas und Beton, spektakuläre Wegeführungen sowie kristalline - erst nach umfassender Betrachtung begreifbare - geometrische Raumgefüge. Aus dem Boden wachsen „Hügel“, aus denen wiederum „Felsen“ brechen. Diese sind durchdrungen von Räumen und Wegen, die bis unter den Grundwasserspiegel reichen.

Seit 2012 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. 2016 wurde es als weltweit jüngstes Hausmuseum in die internationle Plattform Iconic Houses aufgenommen. Die innovative Kraft in den Projekten Günther Domenigs erreicht im Steinhaus einen Höhepunkt, international gesehen handelt es sich wohl um das bekannteste Werk der Kärntner Gegenwartsarchitektur. Die Transformation regionaler Landschaftselemente, führte zu einer Architekturskulptur mit spürbarer Raumintensität. Die inspirierende Dichte des Ortes soll nun durch ein vielschichtig aufgebautes Programm für Symposien, Workshops und Präsentationen genutzt werden.

Seit 2014 ist das Architektur Haus Kärnten gemeinsam mit der Günther Domenig Steinhaus Privatstiftung um eine lebendige Zukunft im Steinhaus bemüht. Die Architektur verbindet beide Häuser, welche regional als auch international tätig sind.

Das Gebäude verharrt seit Jahren in seiner Bestimmung als Architekturwerkstätte und Think Tank zwischen den Disziplinen. Seine amorphe Außenhaut und sein komplexes Raumkonzept schaffen eine teils spirituelle, vor allem aber inspirierende Umgebung, diese soll nunmehr zum Treffpunkt Architekturschaffender und bildender Künstler aus dem Alpen Adria Raum und darüber hinaus werden. Die Architekturwerkstätte Steinhaus soll im Anfang allen Architektur- und Designschulen Österreichs für Workshops offen stehen und insbesondere auch ausgewählten „artists in residence“ aus dem Inland dienen. Längerfristig soll der Standort zur internationalen Residenz Steinhaus mutieren können.

Das Steinhaus wird dadurch zu einem Ort der Begegnung zwischen Architektur, Kunst, Wirtschaft und Öffentlichkeit, was letztlich nicht nur das Haus selbst durch Belebung bewahrt sondern auch die Baukultur der Region und die Architektur an sich zukunftsweisend befruchtet.

Quelle: architektur-kaernten.at