• Begleite Hasenjungen Hubsi durch die Osterzeit Ostern in Velden

Hier findest du die Geschichte und deine Osteraktivität als Download Ostersonntag, 4.4.2021

Einsatz am Ostersonntag

„Mama, Mama! Papa ist weg! Er hat mich vergessen!“, flüstert Hubsi aufgeregt und kitzelt Mamas Schnurr-barthaare. Der kleine Hasenjunge steht mitten in der Nacht im Schlafzimmer seiner Eltern. Papas Bett ist leer. „Hubsi, es ist mitten in der Nacht! Was machst du schon auf?“, murmelt Mama schlaftrunken. „Aber Mama, heute ist doch Ostersonntag! Und Papa hat versprochen, dass ich ihm helfen darf!“, sagt Hubsi traurig. „Aber Hubsi, Papa hat dich nicht vergessen! Die Nacht vor dem Oster-fest bleibt er immer in seiner Werkstatt und schläft für ein paar Stunden in seinem Schaukelstuhl“, beruhigt ihn Mama. „Schau, es ist noch dunkel draußen und der Mond steht noch hoch am Himmel! Komm, kuschle dich noch ein bisschen zu mir!“, schlägt sie vor. „Nein, ich bin nicht mehr müde! Darf ich zu Papa? Vielleicht kann ich ihm in der Werkstatt helfen! Bitte, bitte, bitte!“, bettelt Hubsi. Mama lacht. Sie kennt ihren Sohn. Wenn er sich etwas in den Kopf setzt, dann ist da nichts zu machen. „Also gut! Aber bitte bring mir vorher noch ein Glas Wasser!“, sagt sie. Der Hasendoktor hat ihr verboten, aufzustehen. „Na-türlich Mami, schon unterwegs!“, sagt Hubsi und saust los. „Guten Morgen Mamilein! Wie geht es dir heute? Hast du gut geschlafen? Tut dein Fuß noch weh?“, fragen zwei ungewöhnlich fröhliche und fürsorgliche Hasen-mädchen, die gerade ihren Kopf durch die Schlafzimmertüre stecken und drücken ihrer Mama links und rechts einen Schmatz auf die Wange. „Na sowas! Wer sind denn diese gutgelaunten jungen Damen?“, fragt Mama Oster-hase erstaunt. Normalerweise sind ihre Zwillingsmäd-chen morgens sehr wortkarg. Doch heute plappern die beiden mitten in der Nacht munter drauflos. Das muss wohl die Magie des Ostermorgens sein! 

„Nanu, was ist hier los? Haltet ihr nächtlichen Familien-rat im Schlafzimmer?“, fragt Papa Osterhase erstaunt. „Gerade war ich auf dem Weg zu euch, um meine Liefermannschaft zu wecken. Aber wie ich sehe, seid ihr schon alle frisch und munter.“ „Stärkt euch aber ordentlich, bevor ihr losgeht! Ich habe gestern Abend noch Marmeladenbrote geschmiert“, sagt Mama Osterhase. „Machen wir Mamilein, mach dir keine Sor-gen!“, sagt Karo. „Bleib brav im Bett, bis wir wiederkommen!“, sagt Marie. „Oder möchtest du lieber, dass ich dich nach unten trage?“, fragt Papa Osterhase. „Ja, das ist eine gute Idee! Vom Lehnstuhl aus kann ich euch winken!“, sagt Mama. 

Nachdem die drei Hasenkinder gefrühstückt haben und Papa Osterhase seine Frau gemütlich in den Lehnstuhl gebettet hat, ist es Zeit zum Aufbrechen. Am Horizont ist schon der erste Silberstreif des neuen Morgens zu sehen. „So meine Lieben, jetzt aber los, damit die Osternester versteckt sind, bevor die Kinder wach werden. Wir wollen doch keine traurigen und enttäuschten Gesichter am Ostersonntag!“, sagt Papa Osterhase. Hubsi und seine bei-den Schwestern nicken. „Ich habe für jeden von euch eine Rückentrage mit Osternestern gefüllt. Und hier ist ein Plan, auf dem die Namen der Kinder eingezeichnet sind. So seht ihr, wo ihr welche Nester verstecken müsst. Habt ihr das verstanden?“, fragt Papa. Die drei Hasenkinder nicken wieder. „Klaro, Papa, das ist ja kinderleicht! Das schaffen wir. Du kannst dich auf uns verlassen!“, sagen Marie und Karo. „Und du Hubsi? Alles klar?“, will Papa Osterhase wissen. „Jaaaa!“, ruft der kleine Hasenjunge. Er hat entdeckt, dass er auch für seine Freundin Hele-ne ein Osternest verstecken darf. Darum hat er auf die anderen Namen nicht wirklich geachtet. Ob das gut geht? „Okay, dann helfe ich euch noch mit den Rückentragen und dann machen wir uns auf den Weg“, sagt Papa Osterhase. Die beiden Hasenmädchen sind startklar, doch für den kleinen Hasenjungen ist die Rückentrage viel zu groß und auch zu schwer. Das Gewicht zieht ihn nach hinten, sodass er unsanft auf seinem Hosenboden landet. 

AUTSCH! „Oh, oh! So wird das nichts!“, stellt Papa Osterhase fest. „Gut, dass ich auch an eine andere Lösung gedacht habe!“ Und so packt er kurzerhand Hubsis Oster-nester um in einen kleinen Schubkarren. „So, mein Sohn, das sollte funktionieren. Schaffst du das?“, fragt er. „Ja, das schaffe ich!“, sagt Hubsi. Er ist erleichtert. Er hatte schon Angst, dass er doch nicht mithelfen darf. Aber mit Schubkarren kennt Hubsi sich aus. Immerhin ist er ein begeisterter Gärtner und hilft Mama Osterhase immer bei der Obst- und Gemüseernte. Dafür fährt er stundenlang den vollbeladenen Schubkarren durch den Garten. „Also dann, auf geht’s meine kleinen Osterhasen! Die Kinder warten auf ihre Nester!“, verabschiedet sich Papa Osterhase. Und so trennen sich im Garten der Familie Oster-hase die Wege von Papa, Hubsi, Marie und Karo. 

„Heute hab´ ich einen Riesenspaß, denn ich bin der Osterhas´! Den Kindern schenke ich zum Fest, ein wunderschönes Osternest!“, singt Hubsi vor sich hin. Das macht er für sein Leben gerne. Kein Wunder, dass ihm schon wieder eine Melodie in den Sinn kommt, die er vor sich hin trällert. Unterstützung bekommt er dabei von Sissy, der munteren Singdrossel und Rommy, dem fröhlichen Rotkehlchen. Die beiden lieben den kleinen Hasenjungen, der stets freundlich und gutgelaunt ist. „Oh, wie schön, dass ihr in mein Lied miteinstimmt!“, lacht Hubsi, „Gemeinsam macht das Singen viel mehr Spaß!“ Beschwingt marschiert Hubsi Richtung Hühnerfarm. Den Plan hat er offen vor sich auf dem Schubkarren liegen. 

Hubsi ist gerade inmitten der großen Blumenwiese, als plötzlich eine kecke Windböe vorbeisaust und den Plan und all die grünen und gelben Maschen der Osternester in die Luft wirbelt. Der kleine Hasenjunge will mit einer Hand nach dem Plan greifen und lässt die Schubkarre los. Dabei verliert er beinahe das Gleichgewicht und seine gesamte Ladung gerät ordentlich ins Wanken. Nur mit Mühe kann Hubsi verhindern, dass die Schubkarre umkippt und alle Osternester herauspurzeln. „Oh, oh, das war knapp!“, sagt Hubsi. Mit zittrigen Knien lässt er sich ins Gras plumpsen. Die Osternester sind zwar heil geblieben, aber dafür liegen die Schleifen überall in der Wiese verteilt. „Bis ich das alles eingesammelt habe, sind die Kinder alle wach und bitter enttäuscht, dass kein Osternest auf sie wartet. Und Papa wird ganz furchtbar mit mir schimpfen!“, schnieft der kleine Hasenjunge und dicke Tränen kullern über sein Gesicht. Rommy und Sis-sy haben alles mitangesehen. Jetzt ist ihre Hilfe gefragt. Ein kurzes, lautes Gezwitscher reicht und schon lässt sich eine große Vogelschar auf der Wiese nieder. Wenige Minuten später kehren die Vögel mit einer Schleife im Schnabel zurück zu dem kleinen Hasenjungen. Hubsi weiß gar nicht, wie ihm geschieht. „Oh, tausend Dank ihr Lieben, ihr seid wirklich die allerbesten!“, ruft er erleichtert. Flink setzt er die Schleifen wieder auf die Oster-nester und eilt davon. Auch die Sonne setzt ihren Weg unaufhörlich fort und Hubsi flüstert leise: „Kannst du dir bitte heute ausnahmsweise ein bisschen mehr Zeit lassen mit dem aufgehen?“ Vielleicht hat die Sonne, den kleinen Hasenjungen ja gehört, vielleicht war Hubsi aber auch einfach nur schnell genug! In jedem Fall kräht Oswin genau in dem Moment, in dem der kleine Hasenjunge hinter dem kleinen Stall verschwindet. „Helene wird Augen machen!“, flüstert Hubsi glücklich. Auch die restlichen Osternester versteckt er noch rechtzeitig. Nur ein kleiner Junge hat sich tatsächlich auf die Lauer gelegt. Aber auch hier kommt ihm Rotkehlchen Rommy zu Hilfe. Sie setzt sich keck zu ihm ans Fenster und lenkt ihn so für einen Moment lang ab.  So kann Hubsi schnell das Nest verstecken und sich unbemerkt aus dem Staub machen. Ja, gute Freunde sind Gold wert, nicht nur in der Tierwelt!

Zufrieden aber müde macht Hubsi sich mit der leeren Schubkarre auf den Heimweg. Das war aber auch ein lan-ger und aufregender Morgen! Jetzt freut sich der kleine Hasenjunge auf einen gemütlichen Tag in der Hängemat-te… und vielleicht besucht er später noch seine Freundin Helene. Und die Kinder? Die haben gestaunt, nicht nur über die außergewöhnlichen Osternester. MARIA war et-was verwundert, ein Osternest von MARIO zu finden und SANDRO war erstaunt, den Namen SANDRA zu lesen. Aber wer kann dem Osterhasen schon böse sein? Und Papa Osterhase hat ja wirklich eine schreckliche Klaue. Vielleicht sollte auch er bis zum nächsten Osterfest noch einmal die Schulbank drücken.

Geschichte: Sabine Aigner, Illustration: Oskar Pointecker

<p>Hasenjunge Hubsi.Eine Illustration von Oskar Pointecker aus den Ostergeschichten von Sabine Aigner in Velden am Wörthersee. Osternestsuche am Ostermarkt.</p>
© Sabine Aigner