• Begleite Hasenjungen Hubsi durch die Osterzeit Ostern in Velden

Hier findest du die Geschichte und deine Osteraktivität als Download Palmsonntag, 28.3.2021

Das kunterbunte Riesen-Osterei

„Fang mich doch, fang mich doch!“, ruft Karo, das quir-lige Hasenmädchen und schlägt einen Haken nach dem anderen. Hubsi, ihr jüngerer Bruder jagt ihr hinterher. „Hier bin ich, Hubsi, Pubsi!“, ruft sie plötzlich von der anderen Seite des Gartens. Der kleine Hasenjunge dreht sich um. „Hey, ihr seid sooo gemein und das bist gar nicht du Karo, das ist Marie!“, ruft er verärgert. „Woher willst du das wissen?“, fragt diese keck und streckt ihm die Zunge heraus. „Ganz einfach, an deiner Halskette hängt ein M und kein K“, ruft Hubsi erbost. „Ich bin ja nicht blöd! Und jetzt habe ich keine Lust mehr mit euch zu spielen“, mault Hubsi und trollt sich davon. Tja, tatsächlich ist es die Lieblingsbeschäftigung der Zwillings-Hasenmädchen ihren kleinen Bruder an der Nase herumzuführen. Die beiden gleichen sich im wahrsten Sinne des Wortes, wie ein Osterei dem anderen. Selbst für Mama und Papa Osterhase ist es schwierig, ihre bei-den Töchter auseinanderzuhalten.

„Eine gute Entscheidung mein Junge!“, ertönt plötzlich Papa Osterhases Stimme. „Ich habe euch ohnehin verboten, in diesem Teil des Gartens zu spielen! Und ihr bei-den, hört endlich auf, euren Bruder zu ärgern. Ihr könnt euch besser bei Mama nützlich machen. Sie muss noch jede Menge Osterkörbchen vorbereiten.“ Karo und Marie wissen, Papa widerspricht man nicht. „Tschuldigung!“, murmeln die Zwillingsmädchen und weg sind sie.

„Kann ich dir vielleicht helfen, Papa?“, fragt Hubsi und schaut hoffnungsvoll auf die vielen bunten Eimer und Pinsel. Der kleine Hasenjunge malt für sein Leben gerne. Papa Osterhase hat vom Bürgermeister der Stadt den Auftrag bekommen, ein Riesen-Osterei für den Stadtpark zu bemalen. Das ist eine ganz besondere Ehre. Als Motiv hat er sich eine wunderschöne Blumenwiese mit einem riesengroßen, kunterbunten Osternest überlegt. Dafür hat er das Riesen-Osterei im Garten aufgestellt und rund herum ein Brettergerüst aufgebaut. Darauf sind jede Menge Eimer abgestellt, mit den unterschiedlichsten Farben. Papa Oster-hase bewegt sich vorsichtig zwischen all den Eimern und schwingt geschickt den Pinsel. Eifrig und konzentriert arbeitet er sich von unten nach oben. Das Grün der Blumenwiese ist soweit schon einmal geschafft. „Hm, lass mich überlegen mein Junge!“, sagt er. „Naja, warum eigentlich nicht? Du bist mein Farben-Junge und reichst mir die Farben, die ich brau-che.“ Das ist zwar nicht das, was sich der kleine Hasenjunge vorgestellt hat, aber wer weiß, vielleicht darf er ja doch die eine oder andere Blume malen… oder vielleicht auch einen Schmetterling. Die kann er besonders gut. „Sei vorsichtig beim Hinauf-klettern, damit du keinen Eimer umstößt! Farbspritzer am Ei bekommt man nicht mehr weg“, ermahnt ihn Papa Osterhase. „Ja, Papa!“, verspricht der kleine Hasenjunge und klettert auf den Baum und vom Baum auf das Gerüst. Während der nächsten Stunde arbeitet Papa emsig an seiner Blumenwiese. „Gelb, rot, pink, violett!“, ruft er seinem Sohn zu und dieser saust zwischen den Eimern hin und her und reicht ihm die gewünschte Farbe. Sehnsüchtig schaut er dabei jedes Mal auf den Pinsel voller Farbe. Zu gerne würde er selbst einmal einen Pinselstrich ausprobieren. Aber davon will Papa nichts wissen. „Du kannst mit deinen Schwestern später die Ostereier für die Körbchen bemalen, aber das hier, das muss etwas ganz Besonderes werden. Da darf kein Patzer passieren“, belehrt er seinen Sohn. Doch plötzlich ruft Papa Osterha-se: „Oje, die Schoko-Eier! Die müssen aus der Kühlung, sonst verliert die Schokolade ihren Glanz!“ Geschwind springt er vom Gerüst und ruft seinem Sohn zu: „Dass du mir ja nichts anrührst, Hubsi! Verstanden? Ich bin gleich zurück.“ „Versprochen, Papa!“, erwidert der kleine Hasenjunge. Er setzt sich auf das Gerüst, lässt seine Füße baumeln  und starrt auf  das Ei.

Das kunterbunte Riesen-OstereiEr wartet und wartet, für den kleinen Hasenjungen eine gefühlte Ewigkeit. Doch Papa kommt nicht zurück. Also schnappt sich Hubsi einen Pinsel, schließt seine Augen und stellt sich vor, er wäre ein großer Künstler. Dabei malt er mit dem Pinsel Fantasiebilder in die Luft. Als er wieder seine Augen öffnet, bekommt er einen gehörigen Schreck. Der obere Teil des Riesen-Ostereies, das vorher noch weiß war, ist über und über mit gelben Farbsprit-zern übersäht. „Oh, oh! Das gibt mächtig Ärger!“, über-legt der kleine Hasenjunge. „Was mach ich nur? Wasser! Wasser hilft immer!“, denkt Hubsi. Er taucht seinen Finger in den Eimer Wasser und will die Farbtupfen weg-rubbeln. Aber natürlich macht er damit alles nur schlimmer. „Mist! Das gibt mehr als ein Donnerwetter… und bestimmt Hausarrest bis Ostern… ich muss mir etwas einfallen lassen!“, überlegt Hubsi fieberhaft. „Schmetterling, ich mache aus den bunten Punkten einfach ganz, ganz viele bunte Schmetterlinge!“, beschließt der kleine Hasenjunge. Eifrig macht er sich ans Werk. Er schuftet wie verrückt. Schweißtropfen stehen auf der Stirn des kleinen Hasenjungen. Flink malt er einen Schmetterling nach dem anderen und vergisst dabei völlig auf Papa Osterhase.

„Hubsi, um Himmels Willen! Was hast du da angestellt?“, ruft Papa so laut, dass der kleine Hasenjunge vor Schreck den Pinsel fallen lässt. Dieser landet prompt auf Papas Kopf. „Habe ich dir nicht ausdrücklich verboten, die Far-ben anzurühren? Du hast Hausarrest und das nicht nur bis Ostern, sondern bis Weihnachten!“, schimpft er außer sich. Sein lautes Schimpfen lockt auch Mama und Hubsis Zwillingsschwestern in den Garten. „Na, na! Hausarrest bis Weihnachten, das ist wohl ein bisschen übertrieben!“, versucht Mama Osterhase ihren Mann zu beruhigen. „Hi, hi, Hubsi muss zu Hause bleiben, Hubsi muss zu Hause bleiben!“, singen Karo und Marie voller Schadenfreude. „Schaut euch die Bescherung an, das schöne Riesen-Osterei!“, jammert Papa Osterhase. „Wie soll ich das bloß dem Herrn Bürgermeister erklären?“ Der kleine Hasenjunge sitzt zerknirscht auf dem Gerüst. Gerade hat er seine Schmetterlinge noch so wunderschön gefunden.

Jetzt laufen dicke Tränen über seine Wangen. „Ich, ich… es, es… es tut mir leid, Papa! Ich… ich… ich wollte dein Ei nicht ruinieren!“, schnieft Hubsi. Mama legt beruhi-gend ihre Pfote auf die Schulter ihres Mannes. „Also, ich finde Hubsis Malerei richtig gelungen. Sieh nur, es sieht aus, als würde sich ein riesiger Schmetterlingsschwarm von der Blumenwiese hoch in den Himmel erheben. Das macht das Riesen-Osterei richtig lebendig“, sagt sie. Papa macht ein paar Schritte vor und zurück. „Hm… Hm... Hmhm… Vielleicht, vielleicht hast du sogar recht, wenn man es von hier aus betrachtet, dann ist es wirklich nicht so schlimm... nein, es ist sogar richtig gut!“, gibt Papa Osterhase zu. Hubsi hört auf zu schluchzen und schaut seinen Papa und seine Mama mit seinen großen, braunen Hasenaugen erstaunt an. „Echt? Findet ihr?“ „Ja, das stimmt!“, nicken beide. „Deine Schmetterlinge sind ein-fach wunder-wunderschön“, sagt Mama. „Tja, der Junge hat eben mein Talent geerbt“, ergänzt Papa Hase. „Aber natürlich, was sonst!“, lacht Mama. „Habe ich immer noch Hausarrest?“, fragt Hubsi leise. „Nein!“, lacht Papa. „Aber trotzdem kommst du jetzt mit mir ins Haus. Schau dich an, du bist ein kunterbunter Hasenjunge, der unter die Dusche muss!“, lacht Mama. „Und den Rest, den lassen wir Papa allein fertig machen!“ „Einverstanden!“, sagt der kleine Hasenjunge und klettert vorsichtig vom Gerüst. „Och… nun gibt’s wieder keine Strafe für Hubsi, so ein Pech!“, maulen Karo und Marie. „Wartet nur, wenn ihr beide weiterhin euren kleinen Bruder ärgert, dann bekommt ihr noch Hausarrest!“, ermahnt Mama ihre Mädels und zieht sie kräftig an den Ohren.

Zum Osterfest präsentiert Papa Osterhase stolz das Riesen-Osterei dem Bürgermeister. Dieser ist ganz begeis-tert, besonders von den Schmetterlingen, die das Kunst-werk so lebendig wirken lassen. „Das war mein Sohn“, sagt Papa Osterhase und legt stolz seine Pfoten um Hub-si. Dieser strahlt über das ganze Gesicht. „Gratulation zur großartigen Arbeit und zum tollen Papa-Sohn-Team!“, sagt der Bürgermeister. Papa Osterhase zwinkert: „Tja, manches Mal lohnt es sich eben doch, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten!“

Geschichte: Sabine Aigner, Illustration: Oskar Pointecker

<p>Hasenjunge Hubsi.Eine Illustration von Oskar Pointecker aus den Ostergeschichten von Sabine Aigner in Velden am Wörthersee. Osternestsuche am Ostermarkt.</p>
© Sabine Aigner